100 Jahre Autogenes Training

100 Jahre Autogenes Training: Um 1920 im thüringischen Jena entwickelt, wurde das Jubiläum mancherorts bereits gewürdigt, doch erst 1926 wurde der Vorläufer der heutigen "Selbsthypnose" offiziell publik. Da nämlich hielt der deutsche Psychiater Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) in Berlin erstmals einen Vortrag über "Autogene Organübungen".

Aus diesem Vorläufer entstand in den Folgejahren ein wirkungsvolles Entspannungsverfahren, welches noch heute als "Autogenes Training" weltberühmt ist. Inzwischen mehrfach modernisiert und umgestaltet, ist der Kern von Schultz' Idee noch heute wesentlich: Autogenes Training basiert auf affirmativen Formeln zur Selbstbeschwörung,  wodurch tiefe Zustände der Entspannung erreichbar werden, sowohl für den Körper, als auch für den Geist. Das ist medizinisch hoch interessant und die Wirksamkeit längst umfassend erforscht und belegt. Das ist auch daran zu erkennen, dass Gesetzliche Krankenkassen die Teilnahme an einem Kurs für Autogenes Training übernehmen.

Andererseits muss zu Johannes Heinrich Schultz auch erwähnt werden: Sein Verfahren mag bis heute vielen Menschen eine große Hilfe bei Erhalt und Rückgewinnung der seelischen Gesundheit gewesen sein; doch auf seinem Lebenswerk als Arzt liegt ein tiefdunkler Schatten. Johannes Heinrich Schultz war ebenso Unterstützer der Verbrechen während der Zeit der Nationalsozialisten. 1940 setzte sich Schultz beispielsweise ausdrücklich für die Vernichtung von Minderheiten ein. Menschen mit Behinderung, Schwerkranke oder unheilbar kranke Menschen, egal welchen Alters, sprach er das Lebensrecht ab.

Johannes Heinrich Schultz ist somit eine höchst kontroverse Persönlichkeit der Geschichte. Dennoch hat Autogenes Training bis heute überlebt und wird vielerorts angewendet. Das spricht wohl für die Technik. In 2026 bieten auch wir Interessenten wieder die Möglichkeit, diese vielversprechende Technik kennen und lieben zu lernen. Hier haben wir dazu weitere Informationen.

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